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Tschüss Intel: Apple wechselt auf ARM!

Die Spatzen pfeifen es ja aktuell geradezu von den Dächern: Apple und Intel – das wird nix mehr. Seitdem Apple vor einigen Jahren angefangen hat, seine eigenen Chips zu entwickeln und zu produzieren, gibt es die – immer stärker werdenden – Gerüchte eines Komplettumstiegs. Wäre ja nicht das erste Mal…

Wir erinnern uns: Mitte der neunziger Jahre wechselte Apple von den Motorola 68k-Prozessoren zur PowerPC-Plattform. Zur WWDC 2005 gab es dann den damals undenkbaren Paukenschlag: Apple wechselt zu Intel! Und nun, exakt fünfzehn Jahre später: Der Wechsel zu ARM.

Auf der WWDC 2020 soll dieser Schritt dann angekündigt werden, im Jahr 2021 wird er vollzogen: Apple verlässt das Intel-Lager und setzt auf die ARM-Plattform.

A13 Bionic
A13 Bionic Prozessor

Dies stellt dann nicht nur der Wechsel eines Lieferanten (also etwa von Intel zu AMD), sondern der Wechsel auf eine komplett andere Prozessor-Architektur dar. Damit müssen dann alle Programme umgeschrieben werden, das Betriebssystem muss angepasst sein – und die Hardware muss sich abseits des Prozessors ebenfalls ändern.

Warum tut Apple das?

Nun, die Intel-Plattform stagniert in den letzten Jahren bezogen auf Leistung. Darüber hinaus sind die Prozessoren aufgrund ihres Herstellungsverfahrens und ihrer Architektur (CISC) sehr ressourcenhungrig und produzieren viel Abwärme – oder anders ausgedrückt: Sie sind ineffizient. Mehr Leistung kommt nur über höhere Taktraten, und da ist man technisch derzeit eher am Ende, oder über mehr Kerne – aber das bedeutet dann wieder mehr Energiehunger.

Anders die ARM (und früher auch die PowerPC)-Prozessoren: Hier handelt es sich um RISC-Architekturen, die – vereinfacht gesagt – viel besser skalieren, mehr Operationen pro Prozessortakt ausführen können und deshalb deutlich energiesparender arbeiten. Die ARM-Architektur kommt aus dem mobilen Umfeld, alle modernen Smartphones basieren darauf – Energieeffizienz und Leistungsfähigkeit sind hier gegeben.

Aus diesem Grund gibt es bereits diverse Notebooks auf der ARM-Architektur mit Windows – und auch wenn diese nicht gerade leistungstechnisch brillieren (was aber ggf. an Windows liegen könnte…), sind Energieeffizienz und Akkulaufzeit beeindruckend. Apple selbst experimentiert schon seit einigen Jahren mit ARM-Prozessoren in Notebooks, bereits 2018 soll so ein Prototyp zufriedenstellende Leistungen erbracht haben. Drei Prozessorgenerationen weiter sieht Apple genug Luft für einen Umstieg, der 2021 für alle Baureihen (Notebooks und Desktops) vorgenommen werden soll.

Da Apple mit diesem Schritt die wesentlichen Komponenten (Chipsatz, Prozessor, Mainboard, Betriebssystem) selbst entwickelt und aufeinander abstimmen kann, kann man davon ausgehen, dass derartig ausgestattete Geräte genug Leistung haben werden, um mit den aktuellen Gerätegenerationen mithalten zu können. Gerade im KI-Bereich dürften die neuen Prozessoren deutliche Vorteile liefern, baut Apple doch derartige Cores bereits jetzt in seine iPhone- und iPad-Prozessoren ein. Mit den folgenden Gerätegenerationen dürfte auch genug Leistung vorhanden sein, um x86-/x64-Plattformen analog zu Rosetta emulieren zu können und somit auch vorhandende, noch nicht portierte Applikationen auszuführen.

Wie sieht der Zeitplan aus?

2020
In diesem Jahr werden zunächst die Grundlagen gelegt: Der Umstieg wird angekündigt, erste Test- und Developer-Geräte werden mit der neuen Prozessorarchitektur veröffentlicht. Das Betriebssystem dürfte schon zu Großteil portiert sein, letzte Arbeiten werden durchgeführt. Entwickler können mit Hilfe von Emulatoren und Testgeräten die Migration ihrer Applikationen vornehmen.

2021
Die Mainstream-Baureihen, angefangen mit den Notebooks, werden umgestellt: Es wird wohl ein neues MacBook (12 Zoll) geben, das als erstes Gerät mit den neuen Prozessoren kommerziell und in großem Maßstab angeboten wird.

MacBook 12 Zoll
MacBook 12 Zoll

Im Laufe des Jahres dürften die MacBook Air- und MacBook Pro-Baureihen folgenden, ggf. wird es noch Versionen mit Intel-Prozessoren geben. Apple wird drei Prozessoren auf den Markt bringen – die kleinste basiert auf dem A14X-Prozessor, wie er auch in den nächsten iPads eingesetzt werden wird. Die ersten Desktop-Computer (iMac, Mac Pro) werden mit den dann leistungsfähigsten Prozessoren vorgestellt.

2022
Die Umstellung dürfte mit den letzten Desktop-Rechnern und den letzten MacBooks abgeschlossen sein. Mitte 2022 dürfte es keine neuen Apple-Geräte mehr mit Intel-Prozessoren zu kaufen geben.

2025
Der Support für Intel wird in MacOS eingestellt. Zwanzig Jahre nach dem Announcement ist diese Plattform für Apple nur noch ein Teil ihrer Geschichte.

Via Bloomberg

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